Im vergangenen Jahr wurde aufgedeckt, wie über viele Jahre hinweg Kinder von katholischen und evangelischen Priestern sowie Pädagogen wie beispielsweise an der Odenwaldschule sexuell missbraucht worden sind.
Die katholische Kirche hat zwar Hilfe bei der Aufklärung versprochen, dies jedoch oftmals nur halbherzig getan. Dämlich auch, dass einige Kirchenfunktionäre sagten, es handle sich bei der Aufdeckung durch die Medien um eine Kampagne gegen die katholische Kirche.
Trotzdem sollte man bei allem eines nicht vergessen: Die überwiegende Zahl der katholischen Priester sind normale Menschen wie Du und ich, die den Missbrauch von Kindern zutiefst verabscheuen.
Der Anteil von Priestern unter Kinderschändern liegt bei maximal drei Promille, sagt Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen einem Bericht von Focus Online zufolge. Das bedeutet, dass sich unter 1.000 Kinderschändern statistisch gesehen 997 Väter, Onkel, Sporttrainer, Lehrer und andere aus dem Kinderumfeld befinden – und drei Priester.
Natürlich ist jeder pädophile Priester eine Schande! Und jeder muss nach einer begangenen Tat dafür gerichtlich bestraft werden. Auch den verletzten und traumatisierten Kindern muss die Kirche heute unbürokratisch helfen und sich dafür einsetzen, dass die Kirche durch bessere Vorschriften solche Taten möglichst verhindert und Täter erkennt.
Doch es darf nicht sein, dass sich jeder katholische Priester hierzulande fast schon automatisch gegen den Vorwurf verteidigen muss, er sei pädophil. Damit tut man Menschen unrecht, die aus einem tiefen Glauben heraus ihren Mitmenschen helfen wollen, indem sie Trost spenden, die Beichte abnehmen oder das Wort Gottes predigen.
Wer alleine auf die Pfarrer zeigt, unterschätzt also möglicherweise, welche Gefahr von sexuellem Missbrauch laut Pfeiffer von Verwandten und Bekannten ausgeht – von Menschen also, die nicht nach dem Zölibat leben. Trotzdem sind manche der festen Überzeugung, genau dieser Zwang zur Ehelosigkeit sei die automatische Ursache für Kindesmissbrauch durch katholische Pfarrer.
Außerdem würde man einer Berufsgruppe unrecht tun, die ohnehin schon gesellschaftlichen Vorurteilen und Spott ausgesetzt ist und sich dennoch dafür engagiert, Menschen Halt und Trost im Glauben zu bringen.
