
Rund 30 000 Türken leben in Dortmund – doch wie heimisch fühlen sie sich hier?
Mustafa Güner ist Taxiunternehmer am Borsigplatz. Er ist hierzulande geboren und gehört damit zur zweiten türkischen Generation in Deutschland. Im Gespräch erzählt der fünffache Vater die Geschichte seiner Familie und damit von der schwierigen Gratwanderung zwischen Anpassung, Bindung und Selbstständigkeit – sei es in der Familie, im Beruf oder zwischen zwei Kulturen.
„Hier am Borsigplatz wird der wahre Multikulti gelebt“ sagt Mustafa Güner. Während er das sagt, sitzen zwei andere Nationalitäten mit ihm am Tisch an diesem lauen Maiabend. Hier im Hinterhof eines libanesischen Eiscafes lehnt er sich zurück, kurz zuvor hat er mit seiner Familie noch zu Abend gegessen. Wieder einmal war er den ganzen Tag als Taxifahrer unterwegs, jetzt nach Feierabend wirkt er entspannt.
Er sitzt ruhig auf seinem Stuhl, seine Hände ruhen zusammengefaltet in seinem Schoß. Er wird sie kaum gebrauchen an diesem Abend, denn was er im Laufe des Abends mit leichtem Ruhrpott-Akzent erzählt, wirkt auch ohne Gestikulieren beeindruckend. Güner unterstreicht eher durch sein verschmitztes Lachen….[weiterlesen]